SMWS 79.15 – Fifty Shades of Citrus & Little Miss Sunshine (2006)

 Deanston Distillery

Highland Single Malt Scotch Whisky
Distilled 11. April 2017
Aged 8 Years
1st Fill Ex-Bourbon Barrel
60,1 % Vol. · Cask Strength
1 of only 229 bottles

Herkunftsland und Region

Der Fifty Shades of Citrus stammt aus Schottland und gehört in die Highlands. Hinter der SMWS-Nummer 79 verbirgt sich Deanston, eine Brennerei, deren Whisky hervorragend zu einem eher puristischen Bourbonfass passt.

Deanston ist häufig von Honig, Getreide, Wachs und frischer Frucht geprägt. Bei Cask 79.15 kommt dazu genau das, was der Name verspricht: eine ziemlich ausgeprägte Zitrusfruchtigkeit.

Informationen zum unabhängigen Abfüller

Die Scotch Malt Whisky Society, kurz SMWS, wurde 1983 in Edinburgh gegründet. Ihr Prinzip ist bis heute außergewöhnlich: Statt die Destillerien prominent auf die Flaschen zu schreiben, bekommt jede Brennerei eine Nummer. Die nachfolgende Zahl bezeichnet das jeweilige Fass – 79.15 ist also das 15. von der Society abgefüllte Fass dieser Brennerei.

Dazu vergibt das Tasting Panel jeder Abfüllung einen individuellen Namen. Und bei Fifty Shades of Citrus haben sie wirklich nicht lange um den heißen Brei herumgeredet.

Die Abfüllung gehört zum SMWS-Geschmacksprofil Sweet & Zesty. Sie kommt als Single Cask in Fassstärke, ohne Farbstoff und ohne Kühlfiltration in die Flasche.

Informationen zur Destille

Deanston liegt in Doune in den südlichen Highlands und ist im Vergleich zu vielen schottischen Brennereien erstaunlich jung. Das Gebäude selbst ist allerdings deutlich älter: Ursprünglich wurde dort ab dem 18. Jahrhundert Baumwolle verarbeitet, bevor in den 1960er-Jahren der Umbau zur Whiskybrennerei erfolgte.

1969 floss der erste Deanston Single Malt. Heute gehört die Brennerei gemeinsam mit Bunnahabhain und Tobermory zu Distell beziehungsweise inzwischen zur Heineken-BevCo-Gruppe.

Eine Besonderheit ist die eigene Energieversorgung: Deanston nutzt das Wasser des River Teith und erzeugt über eine historische Turbinenanlage einen großen Teil seiner benötigten Elektrizität selbst.

Information zur Abfüllung

Am 11. April 2017 destilliert und acht Jahre später abgefüllt – bei diesem Deanston gibt es kein exotisches Weinfass und keinen spektakulären Finish.

Stattdessen: 1st Fill Ex-Bourbon Barrel. Punkt.

Und genau das macht ihn interessant. Denn dadurch darf das Destillat ziemlich unverstellt zeigen, was es kann. Vanille und Bourbonfass-Süße sind natürlich vorhanden, aber vor allem Zitrone, Limette, Grapefruit, Ananas, Gerste und Honig bestimmen das Bild.

Die offiziellen Tasting Notes gehen teilweise herrlich ins Detail und nennen sogar Jelly Beans, Zitronen-Limetten-Bonbons, Citrus Curd und Finger Limes. Nach Zugabe von Wasser verändert sich der Whisky deutlich und wird getreidiger, brotiger und wachsiger.

Bei 60,1 % Vol. ist ein wenig Wasser ohnehin keine schlechte Idee. Pur zeigt er ordentlich Kraft und Pfeffer, verdünnt kommt dagegen stärker der klassische Deanston-Charakter zum Vorschein.

Gerade einmal 229 Flaschen entstanden aus diesem Fass. Kein Fassfeuerwerk, keine komplizierte Nachreifung – einfach achtjähriger Deanston aus einem guten Bourbon Barrel mit ordentlich Dampf. Manchmal reicht das vollkommen.

Tasting Notes

Aroma
Zitrone, Limette und Pink Grapefruit springen geradezu aus dem Glas. Dazu kommen süße Bonbons, Jelly Beans und cremiger Citrus Curd. Mit Wasser treten warmes Brot, frischer Getreideteig und eine wachsige Note stärker hervor.

Geschmack
Zitronenwasser, Limettencreme und Ananas treffen auf süßes Malz und Gerstenzucker. Dazu kommen gehackte Haselnüsse und eine schöne natürliche Getreidenote. Die 60,1 % bringen ordentlich Kraft mit und entwickeln eine deutlich pfeffrige Würze.

Abgang
Zitrusschalen und Grapefruit sorgen für eine zunehmend herbere Frische. Dazu kommen Pfeffer und eine leicht pikante Schärfe. Malz und die trockener werdende Zitrusfrucht bleiben lange stehen.

Filmempfehlung

Little Miss Sunshine (2006)


Die siebenjährige Olive Hoover träumt davon, bei einem Schönheitswettbewerb in Kalifornien anzutreten. Deshalb steigt ihre ziemlich dysfunktionale Familie gemeinsam in einen alten gelben VW-Bus und macht sich auf den Weg. Unterwegs geht erwartungsgemäß so ziemlich alles schief, was auf einer solchen Reise schiefgehen kann. Trotzdem wächst die Familie durch das gemeinsame Chaos immer stärker zusammen. Daraus entsteht eine wunderbar schräge Mischung aus Roadmovie, Komödie und Familiendrama, die gleichzeitig leicht, bitter und erstaunlich warmherzig ist.

Warum passen Film und Whisky zusammen?

Bei Fifty Shades of Citrus wollte ich keinen Film nehmen, bei dem lediglich irgendwo eine Zitrone durchs Bild rollt. Little Miss Sunshine besitzt stattdessen genau diese Mischung aus Frische, Süße und einer ordentlichen Portion Säure, die auch den Deanston auszeichnet. Der Film beginnt leicht und verspielt, entwickelt aber schnell deutlich bitterere und kantigere Seiten. Beim Whisky übernehmen Grapefruit, Zitrusschale und Pfeffer genau diese Aufgabe gegenüber den süßen Bonbons, Honig- und Malznoten. Gleichzeitig wirken weder Film noch Whisky unnötig kompliziert – beide funktionieren gerade deshalb so gut, weil sie ihren eigenen Charakter einfach laufen lassen. Und bei einem Whisky, der derart nach Zitrus und Sonnenschein schreit, darf der passende Film ausnahmsweise auch Sunshine im Titel tragen.

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