16 States – Penninger TROAD 2020 & Out of Rosenheim (1987)

Bavarian Whiskey – American Style

Aged 4 Years · Vintage 2020
Virgin American Oak Barrel
51 % Vol. · 102 Proof
Single Cask · 254 Flaschen

Herkunftsland und Region

Diesmal geht es nicht nach Schottland, sondern in den Bayerischen Wald. Der TROAD wird von der Alten Hausbrennerei Penninger in Waldkirchen produziert und ist Penningers Interpretation eines American Style Whiskeys.

Das ist mehr als bloß Marketing: Statt ausschließlich Gerstenmalz verwendet Penninger eine Getreidemischung aus Mais, Roggen und Gerstenmalz. Auch bei der Reifung orientiert man sich deutlich an amerikanischen Vorbildern und verwendet neue Fässer aus amerikanischer Weißeiche.

Der Name passt übrigens perfekt: „Troad“ ist im Bayerischen ein Ausdruck für Getreide beziehungsweise Mischgetreide.

Informationen zum unabhängigen Abfüller

Abgefüllt wurde dieses Fass von 16 States, einem unabhängigen Abfüller, der sich vollständig auf Whisky aus Deutschland konzentriert.

Das Konzept finde ich gerade bei jungen deutschen Brennereien interessant: Einzelne Fässer werden separat abgefüllt und dokumentieren dadurch viel deutlicher die Entwicklung einer Destillerie als eine auf möglichst gleichbleibenden Geschmack ausgelegte Standardabfüllung.

Bei diesem TROAD handelt es sich um einen 2020er Vintage, der vier Jahre reifen durfte. Abgefüllt wurden lediglich 254 Flaschen mit kräftigen 51 % Vol. beziehungsweise 102 Proof.

Informationen zur Destille

Penninger kann zwar auf eine lange Unternehmensgeschichte zurückblicken, die moderne Whiskyproduktion in Waldkirchen ist aber vergleichsweise jung. Mit dem Umzug an den neuen Stammsitz begann dort 2020 auch die eigene kontinuierliche Whiskyproduktion.

Die Entwicklung des TROAD reicht allerdings weiter zurück. Penninger beschäftigte sich bereits Jahre zuvor mit der Idee eines bayerischen Whiskeys nach amerikanischem Vorbild. Bei der Entwicklung des Maischprozesses arbeitete das Unternehmen sogar mit der TU München in Weihenstephan zusammen.

Interessant ist auch die Herstellung: Die Maische wird ungewöhnlich lange sechs Tage fermentiert, anschließend erfolgt die Destillation in kleinen Chargen. Danach geht das Destillat in neue, stark getoastete Fässer aus amerikanischer Weißeiche.

Information zur Abfüllung

Das Spannende am TROAD ist für mich, dass hier niemand versucht, einen deutschen Scotch zu produzieren. Penninger schaut stattdessen über den Atlantik und fragt: Was passiert, wenn wir einen American Style Whiskey komplett in Bayern herstellen?

Mais sorgt für Süße, Roggen bringt Würze und das Gerstenmalz steuert seinen malzigen Charakter bei. Dazu kommt die Virgin American Oak, die gerade bei einem jungen Whiskey ordentlich arbeiten kann.

Vier Jahre hören sich zunächst nicht nach besonders viel an. Bei einem neuen, stark ausgebrannten beziehungsweise getoasteten Eichenfass gelten aber andere Spielregeln als bei einem mehrfach verwendeten Scotchfass. Vanille, Karamell, Nüsse und kräftige Holznoten können sich wesentlich schneller entwickeln.

Und dann macht 16 States genau das Richtige und lässt die Abfüllung mit 51 % Vol. ordentlich stehen. Keine glattgebügelte Trinkstärke, sondern genügend Kraft, um zu zeigen, was dieses einzelne Fass kann.

Damit ist diese Flasche für mich vor allem ein interessantes Experiment: Bayerischer Rohstoff und bayerisches Handwerk treffen auf amerikanische Whiskey-DNA. Und genau solche Sachen machen die noch junge deutsche Whiskyszene spannend.

Tasting Notes

Hier orientiere ich mich an den dokumentierten Notes dieser TROAD-Single-Cask-Abfüllung und am offiziellen Profil.

Aroma
Grüner Apfel und Limette sorgen zunächst für eine überraschend frische Seite. Dazu kommen Vanille, Zwetschge und Dörrobst. Nougat und eine leicht süßliche Getreidenote führen schließlich in die typischere American-Oak-Richtung.

Geschmack
Dörrpflaume und Honig treffen auf Toffee und frische Walnuss. Dazu kommt die kräftige Eichenwürze des Virgin-Oak-Fasses. Eine leicht röstige Getreidenote erinnert tatsächlich etwas an Popcorn und unterstreicht den amerikanischen Ansatz.

Abgang
Wärmend und würzig mit Toffee, Nüssen und trockener werdender Eiche. Die Frucht zieht sich langsam zurück, während Getreide und Holz länger stehen bleiben.

Filmempfehlung

Bagdad Cafe – Out of Rosenheim (1987)

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Warum passen Film und Whisky zusammen?

Bayern trifft Amerika – viel genauer kann man diesen TROAD eigentlich gar nicht beschreiben. Bagdad Cafe nimmt eine Bayerin und setzt sie mitten in eine amerikanische Wüstenlandschaft, während Penninger bayerisches Getreide und Brennereihandwerk mit der Idee eines American Whiskeys verbindet. Anfangs wirkt beides wie eine Kombination, die eigentlich nicht funktionieren dürfte. Doch genau aus diesem kulturellen Zusammenprall entsteht der eigentliche Charme. Mais, Roggen, Gerstenmalz und Virgin American Oak sprechen ziemlich deutlich amerikanisch – nur eben mit bayerischem Akzent. Mehr TROAD kann ein Film eigentlich kaum sein.

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