Brühler Whiskyhaus – Kinderherzen Charity Abfüllung - GlenAllachie 13 Jahre – 1st Fill Port Cask Octave Finish - Single Malt Scotch Whisky - Distilled 2012 · Bottled 2025 - Aged 13 Years · 55,9 % Vol. - Cask Strength · Single Cask · 78 Flaschen & Das Streben nach Glück (2006)

 

Herkunftsland und -region

Dieser Whisky stammt aus Schottland, Speyside. Destilliert wurde er bei GlenAllachie nahe Aberlour. Die Speyside ist zwar traditionell für eher fruchtige und elegante Whiskys bekannt, GlenAllachie zeigt unter Billy Walker aber regelmäßig, wie kräftig, dunkel und fassbetont dieser Stil werden kann.

Informationen zum unabhängigen Abfüller

Abgefüllt wurde der Whisky vom Brühler Whiskyhaus, das mit seiner Reihe A Dream of Scotland seit vielen Jahren eigene Einzelfässer und Kleinserien auf den Markt bringt. Hinter dem Whiskyhaus steht Marco Bonn, dessen Fassauswahl gerne auch einmal etwas ungewöhnlicher ausfällt.

Diese Abfüllung besitzt allerdings noch eine zweite Geschichte. Sie wurde speziell für Kinderherzen und The Whisky Waiter abgefüllt und gehört zum jährlichen Charity-Projekt von Manuel Tuschmann. Seit 2021 sammelt er gemeinsam mit der Whisky-Community Geld für kinderherzen e.V., der unter anderem Projekte für Kinder mit angeborenen Herzfehlern unterstützt.

Und die Dimension ist inzwischen beachtlich: 2024 kamen bei der Aktion bereits 48.179 Euro zusammen. Das Brühler Whiskyhaus gehört seit mehreren Jahren zu den Unterstützern des Projekts.

Bei diesem GlenAllachie ist die Limitierung besonders heftig: Gerade einmal 78 Flaschen wurden abgefüllt.

Informationen zur Destille

GlenAllachie wurde 1967 gegründet und war lange Zeit vor allem als Produktionsstätte für die Blendindustrie bekannt. Das änderte sich grundlegend, als Billy Walker und seine Partner die Brennerei 2017 übernahmen.

Seitdem steht GlenAllachie insbesondere für ein ausgesprochen aktives Fassmanagement. Sherry, Port, unterschiedliche Eichenarten und zahlreiche weitere Fasstypen gehören inzwischen fest zum Portfolio. Das kräftige, fruchtige Destillat bietet dafür eine gute Grundlage, weil es auch gegen intensive Fässer bestehen kann.

Gerade deshalb ist GlenAllachie bei unabhängigen Abfüllern spannend: Ein einzelnes Fass beziehungsweise eine kleine Fassauswahl kann noch einmal eine ganz andere Seite der Brennerei zeigen.

Information zur Abfüllung

Destilliert wurde dieser GlenAllachie 2012 und nach 13 Jahren im Jahr 2025 abgefüllt. Für den letzten Teil seiner Reifung erhielt er ein Finish in einer 1st Fill Port Octave.

Und „Octave“ ist hier durchaus wichtig. Diese kleinen Fässer besitzen im Verhältnis zur enthaltenen Whiskymenge sehr viel Holzoberfläche. Ein Finish darin kann deshalb in vergleichsweise kurzer Zeit ordentlich Einfluss auf den Whisky nehmen.

Beim Port kommt noch eine intensive Fruchtkomponente hinzu. Genau das macht die Kombination mit GlenAllachie interessant: Das ohnehin kräftige Destillat trifft auf ein kleines, sehr aktives Fass, ohne sich einfach darunter zu verstecken.

Mit 55,9 % Vol. kommt der Whisky in Fassstärke ins Glas. Dazu die winzige Auflage von lediglich 78 Flaschen – wirklich viel kleiner kann eine Charity-Abfüllung kaum werden.

Und hier spielt ausnahmsweise einmal auch der Anlass eine Rolle. Eine Flasche Whisky wird dadurch natürlich nicht automatisch besser. Aber wenn hinter einer interessanten Einzelfassabfüllung gleichzeitig ein Projekt für herzkranke Kinder steht, bekommt sie eine Geschichte, die weit über den Inhalt des Glases hinausgeht.

Tasting Notes

Aroma
Dunkle Beeren und reife rote Früchte stehen im Vordergrund, dahinter kommen Rosinen und eine süßliche Portweinnote. Karamell und Schokolade geben dem Ganzen eine dunklere Seite. Mit etwas Zeit entwickeln sich würzige Holznoten.

Geschmack
Kräftig und konzentriert. Dunkle Frucht trifft auf Schokolade, süßes Malz und eine deutliche Würze. Die Port Octave liefert ordentlich Intensität, während die 55,9 % dem Whisky einen kräftigen Antritt geben.

Abgang
Lang und wärmend mit dunklen Früchten, Schokolade und zunehmend trockener Eiche. Die Süße zieht sich langsam zurück und hinterlässt einen würzigen, leicht herben Abschluss.


Filmempfehlung

Das Streben nach Glück (2006)

Chris Gardner versucht Anfang der 1980er-Jahre, sich als Verkäufer medizinischer Geräte über Wasser zu halten. Als seine finanzielle Situation immer schlechter wird, zerbricht seine Beziehung und er muss sich allein um seinen kleinen Sohn kümmern. Trotz zeitweiser Obdachlosigkeit beginnt Gardner ein unbezahltes Praktikum bei einer Investmentfirma und kämpft um eine der wenigen festen Stellen. Dabei versucht er seinem Sohn möglichst wenig davon zu zeigen, wie verzweifelt ihre Lage tatsächlich ist. Der Film erzählt nach einer wahren Geschichte von einem Vater, der trotz nahezu aussichtsloser Umstände nicht aufgibt.


Warum passen Film und Whisky zusammen?

Diesmal liegt die Verbindung weniger im Fass als in der Geschichte hinter der Flasche. Das Kinderherzen Charity Event dreht sich darum, gemeinsam etwas für Kinder und Familien zu bewegen, die mit Situationen konfrontiert werden, die sich niemand freiwillig aussuchen würde. Das Streben nach Glück erzählt ebenfalls davon, wie entscheidend Unterstützung, Hoffnung und Durchhaltevermögen für ein Kind sein können. Gleichzeitig vermeidet der Film weitgehend den ganz großen Kitsch und konzentriert sich auf die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Genau deshalb passt er für mich besser zu einer Charity-Abfüllung als irgendein Film, bei dem man lediglich wegen des Wortes „Herz“ eine Verbindung konstruieren könnte. Hier bekommt der gemeinsame Abend mit Whisky und Film tatsächlich einmal einen etwas anderen Hintergrund.

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